THE FRANKFURT ART EXPERIENCE 2020

Vom 3. - 6. September 2020 eröffneten mehr als 50 Galerien und Kunstorte in Frankfurt das Kunstjahr 2020 / 2021. Grund genug, sich vor Ort über neue Talente, Trends am Kunstmarkt und die Ausstellungsorganisation zu Coronazeiten zu informieren.

Zunächst ganz allgemein: Frankfurt hat eine quicklebendige Kunstszene, unser Bummel (Antonia Kienberger + Berichterstatter) an einem herrlichen Herbst - Samstag war informativ, kommunikativ und insgesamt ein reines Vergnügen. Aus dem vielfältigen Angebot hier nur ein paar Impressionen - die Auswahl stellt keine Wertung dar, will aber doch einen Eindruck vermitteln.

Wie fühlen sich nun Ausstellungen unter Corona-Bedingungen an? Eigentlich ganz natürlich und am Tag nach den abendlichen Vernissagen am Freitag bieten sie trotz durchwegs maskierter Galeristen und Besucher ein weitgehend gewohntes Bild: Business as usual. Dabei ist allerdings anzumerken, dass in Hessen 3 qm pro Besucher vorgeschrieben sind, während in Bayern 10 qm pro Besucher verlangt werden. Die Erfahrung aus Frankfurt läßt sich also nicht unbedingt auf die bevorstehenden Vernissagen in München oder in unserem schönen Regensburg übertragen.

Zu unseren ersten Galeriebesuchen im sogenannten "Bermudadreieck" zwischen Fahrgasse, Braubachstraße und Berliner Straße gehörte die Galerie Anita Beckers, die beweist, dass sie auch im nun verkleinerten Galerieraum  hochrangige Videokunst professionell präsentieren kann: https://galerie-beckers.com.

Direkt nebenan die Japan Art-Galerie Friedrich Müller mit wunderbar reduzierten Arbeiten von Yuko Sakurai, in denen sie Landschaftseindrücke in Struktur- und Farbassoziationen auflöst. > https://www.japan-art.com

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Yuko Sakurai wird in der Japan Art-Galerie Friedrich Müller ausgestellt

In Zeiten des ubiquitären und permanenten Handy-Snapshot verleiht Niklas Görke dem Medium Fotografie wieder eine materielle und grafische Qualität: Seine präzise komponierten Stadtansichten und Straßenszenen hält er auf Aluminiumplatten im Kollodium-Nassverfahren fest -  https://de.wikipedia.org/wiki/Kollodium-Nassplatte  - so entstehen positive Monochrombilder auf Aluminiumplatten im Format 9 x 12 cm. Zusätzlich zu den Bildplatten hat er für die Ausstellung Scans im Plakatformat hergestellt, welche die Genauigkeit und Gradation der Originalplatten im Ausstellungsraum erfahrbar machen. Ein Katalog ergänzt die liebevoll präsentierte Schau im 1822-Forum der Frankfurter Sparkasse > www.niklasphoto.com

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 Niklas Görke: "Tin City" im 1822-Forum der Frankfurter Sparkasse. Im Vordergrund die (ebenfalls verkäuflichen Unikate) auf Aluminiumplatten

Die Galerie Heussenstamm in der Braubachstraße 34 zeigt großformatige Bleistiftzeichnungen von Asal Khosvari. Die erstaunlich feingezeichneten Frauengestalten sind in zartem Grau gehalten, die Bildinhalte auf den meterhohen Papierbögen bleiben präzise, trotzdem bleibt das Gefühl, die Formen wachsen aus dem Bildgrund heraus wie in einem Schöpfungsprozess.

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Asal Khosvravi in der Galerie Heussenstamm > www.heussenstamm.de

Als das "Herzstück" des gallery weekends sehen die Organisatoren das art experience center mit Symposien (talks), Vorschlägen zu Galerienrundgängen (walks), und der Möglichkeit zum persönlichen Gedankenaustausch. Ebenso werden in den Räumen des art experience center alle teilnehmenden Galerien mit eine Auswahl der gezeigten Exponate vorgestellt. Insgesamt ein Konzept, das Nachahmer finden sollte.

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Talk im art experience center Samstagabend zum Thema "Nachwuchs – das Zusammenspiel von Künstler:innen, Kunstakademien und Galerien".

 (we, alle Fotos: Wolf Erdel)

 

Ausstellungstipp: Peter Burkes

Unser lieber Freund und Kollege Peter Burkes stellt vom 6. Juli bis 15. September in der Jazzclub-Galerie im Leeren Beutel, Restaurant aus.

Der Titel der Ausstellung lautet "Visionen". Peter Burkes zeigt expermentelle digitale Werke aus den letzten 20 Jahren. Das sind manchmal ganz abstrakte Fotografien, die mit Form und Farbe spielen, dazwischen raffinierte geometrische Fraktalgebilde und Fotos von Regensburg, verfremdet durch Überlagerungen oder in Kombination mit historischem Material.

Eine spannende Ausstellung. Peter Burkes ist ein leidenschaftlicher Fotograf, ein sensibler Dokumentar der Veränderungen in unserer Stadt Regensburg und technisch ausgefuchst.

Ebenfalls empfehlenswert: Sein Blog https://www.regensburger-tagebuch.de/p/about.html
Dort schreibt er sehr persönlich über Kunst und Kultur, Naturspaziergänge und alles, was ihn bewegt und berührt.

Ars Electronica Festival 2020

In Kepler's Gardens

Eine Reise zur Vermessung der „neuen“ Welt

Ars Electronica Festival 2020

Von 9. bis 13. September findet die Ars Electronica 2020 statt. Natürlich in Linz. Aber nicht nur da. „Die Corona-Krise macht eine Linzer Festivalmeile mit 100.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt unmöglich“, so Gerfried Stocker, Künstlerischer Leiter der Ars Electronica. „Für uns als Festivalmacher kann das nur heißen, neue Wege zu finden, wie wir gerade jetzt, mitten in dieser Krise, in und mit einer breiten Öffentlichkeit Fragen unserer Zukunft bearbeiten können. Wir werden daher im Herbst erstmals zu einer Ars Electronica laden, die nicht nur in Linz, sondern an weiteren 120 Orten weltweit und parallel dazu auch im Netz stattfindet.“

Die Entscheidung, auch in diesem Jahr ein Festival zu veranstalten, soll Signalwirkung haben: „Wir wollen und können nicht akzeptieren, dass uns diese Pandemie nötigt, all das, was unsere pluralistische Gesellschaft ausmacht, einfach auszusetzen. Gerade weil wir uns mitten in dieser Krise befinden und gerade weil all die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen sinnvoll und notwendig sind, dürfen wir nicht einfach zuhause bleiben, sondern müssen aktiv und kreativ darangehen, neue Formen des Dialogs und Austausches zu erproben.“ 2020 findet die Ars Electronica nicht trotz, sondern wegen Corona statt.

Die Ars Electronica 2020 ist eine Reise zur Vermessung der ,neuen‘ Welt und eine Reise durch „Kepler‘s Gardens“, die sich in Linz am JKU Campus und an 120 weiteren Orten weltweit befinden. Im Verlauf dieser Reise werden die wichtigen Fragen unsere Zeit diskutiert, Fragen, die durch die globale Corona-Krise aufgeworfen werden, und es wird beraten, was wir jetzt tun können und tun müssen. Alle dabei berührten Themen sind geprägt von einer allgemeinen UNCERTAINTY und der Frage danach, wie die Krise uns Menschen als Individuen und als Gesellschaft, uns als HUMANITY, prägen und verändern wird. Vor allem zwei Spannungsverhältnisse stehen dabei im Fokus: AUTONOMY und DEMOCRACY sowie TECHNOLOGY und ECOLOGY.

Ausstellung "DO THE DO" im Neuen Kunstverein Regensburg

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Ausstellung ohne Berührungsängste, aber mit Mund- und Nasenschutz

Ausstellungseröffnung in Corona - Zeiten: Der Neue Kunstverein Regensburg - durchaus mutig in dieser Zeit aber natürlich vollkommen coronakonform - eröffnete am Donnerstag, den 21. Mai 2020 die Ausstellung "DO THE DO" mit Arbeiten aus einem gemeinsam erarbeiteten Werkkomplex von Irene Fastner, Heike Pillemann und Tom Kristen. Entstanden ist eine erstaunlich reichhaltige Ausstellung geistvoller und bezaubernder Arbeiten, alle klein (DIN A5) aber durchaus hochwertig. Am 7.6.2020, am 13.6.2020 und am 20.6.2020 kann man sich auch persönlich von den Künstlern durch die Ausstellung führen lassen, jeweils 12 - 14h
am Sonntag, 7.6. mit Irene Fastner;
am Samstag, 13.6. mit Heike Pillemann;
am Samstag, 20.6. mit Tom Kristen.

Wer sich insbesonders  für die Arbeit von Tom Kristen interessiert, dem sei ans Herz gelegt, die nächste Woche noch zu einem Besuch der bei uns laufenden Ausstellung "Sänger im Dickicht" zu nutzen - letzte Gelegenheit 30.5.2020!

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Fotos: Wolf Erdel

Ein rares Schmuckstück

Tom Kristen: Bestiarium
10 Radierungen von Tom Kristen, gedruckt von Joschi Josephski.

Die Schmuckbox gestaltete die Buchkünstlerin Helga Neukum. Auflage 1/10. Unterschiedliche Blattformate. Aus dem Jahr 2011.
1500 Euro

Detailaufnahmen des Mappenwerks: https://erdel-shop.de/index.php/shop-kunstwerke/tom-kristen-bestiarium-detail

Druckgrafik von Volker Pfüller

Manueller Farbauszug im Siebdruck auf Fabriano Sosapina 285g, 22,5 cm x 33 cm, Blatt 65/70, 2014
60 Euro

Direkt aus dem Atelier des Künstlers.

Presse: Nils Kahlefendt auf den Spuren der Schule Volker Pfüller: Deutschlandfunk

Volker Pfüller - Mappenwerk Tante Teste

Die gesamte Mappe TANTE TESTE mit 16 Porträtstudien
350 Euro

Druckgrafik online

Einige Arbeiten der aktuellen Ausstellung DRUCKKUNST finden Sie auch online: www.erdel-shop.de

Und noch ein paar andere Schmuckstücke mehr. Viel Vergnügen beim Betrachten.

Gerne sind Sie uns auch im Schaulager Am Schallern 4 willkommen.

Helene de Beauoir

Ludwig Gebhard

Tom Kristen

 

Open call: The Wall Digitalkunst-Wettbewerb

Samsung Electronics kündigte am Freitag, 31. Januar 2020 den Start des Digitalkunst-Wettbewerbs in Zusammenarbeit mit Niio, einer Premium-Plattform für neue Medienkunst, an. Die Samsung “The Wall x Niio Art Awards” sind offen für junge, aufstrebende und auch etablierte Künstler und zielen darauf ab, die inspirierendste digitale Kunst aus der ganzen Welt zu entdecken.

#firstofitskind

Samsung The Wall x Niio Art Award

Bei "The Wall" handelt es sich um einn 4K, 3.23m x 1.81m großen Screen.

Ausdrücklich aufgefordert werden etablierte und junge Medienkünstler, gerne auch junge Künstler, die noch studieren. Thema: Digital Realism.

Die Registierungs- und Einreichfrist endet am 30. März 2020.

Der Link zur Wettbewerbsseite: https://www.niio.com/get/the-wall-open-call/

Weitere Informationen: https://news.samsung.com/global/samsung-niio-art-launch-prestigious-global-digital-art-competition-celebrating-visual-arts-on-the-wall

Die Gewinner erhalten die Chance, das ihre UHD-Digitalkunst auf Samsungs nun weltweit verfügbaren The Wall präsentiert wird. Zudem qualifizieren sich die Sieger für Geldpreise von bis zu 15.000 USD. Den Höhepunkt des Wettbewerbs bilden Sommerausstellungen an zehn Orten weltweit, unter anderem in Südkorea, Singapur, Großbritannien und in den Vereinigten Staaten.

Niio betreibt eine kuratierte Vertriebsplattform die Zugang zu erstklassiger Video- und neuer Medienkunst bietet. Die Plattform von Niio ermöglicht nun einem wachsenden Netzwerk von über 4.000 Künstlern und Kunstpartnern aus über 70 Ländern die Selbstveröffentlichung von Medienkunst; die veröffentlichten Kunstwerke können dann ausgeliehen oder erworben werden, um sie auf hochwertigen, angeschlossenen Digital Signage Touchpoints überall auf der Welt zu betrachten.

Niio stellte sich 2017 auf der ars electronica vor. Wir berichteten: Media Art and Art Market: Neue Vertriebsformate

Nota bene: Sehr interessant, wie die weltweit kreaitvsten, Wow-Effekt-produzierende Künstler gesucht werden und wie diesen dann vorgeschrieben wird, in welchen Farbtönen ihre Kunst gestaltet sein soll. Bonne chance!

Öffnungszeiten

Donnerstag und Freitag: 11 bis 17 Uhr
Samstag: von 11 bis 15 Uhr

artspace Erdel Fischmarkt 3
& Schaulager Am Schallern 4

Gerne auch nach Vereinbarung.
Kontakt: 0941 - 70 21 94 und
Mobil 0170 - 31 80 748

Mail: wolf@erdel.de

Skype: wolf.erdel

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